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Zwei 16-jährige Schüler verschafften sich Ende März 1998 die Zugangsdaten
von mehreren Hundert T-Online-Kunden.Sämtliche Benutzerkennungen
und Paßwörter knackten die Jugendlichen, obwohl sie "nicht über
fortgeschrittene Programmierkenntnisse verfügen".
Im April 1998 wurde bekannt, dass eine deutsche Lotterie-Agentur
persönliche Daten von Kunden aus Online-Losbestellungen - inklusive
Bankverbindung oder Kreditkartendaten - unverschlüsselt auf einer
frei zugänglichen Internetseite speicherte.
Im August 1998 wurde Geocities vorgeworfen, die bei der kostenlosen
Vergabe von Homepages und Email-Adressen optional angegebenen Informationen
wie Familienstand und Jahreseinkommen entgegen eigener Aussagen
an Dritte veräußert zu haben.
Im Februar 1999 verblüffte ein Informatik-Student durch seine
Erklärung, die deutschen Sparkassen würden bei sämtliche Homebanking-Anwendungen
alle Überweisungen, Daueraufträge und Kontobewegungen auf einem
zentralen Rechner in einer Access-Datenbank speichern, die nur durch
das als unzulänglich angesehene Access-Paßwort geschützt sind.
Zeitgleich erschien in der einschlägigen Mailingliste Bugtraq
ein Beitrag, demzufolge auch die Finanzverwaltung von Microsoft
auf den Paßwortschutz von Access baut und so mit etwas technischem
Know-how leicht alle Transaktionen lesbar werden .
Im gleichen Monat berichtete Telepolis, beim Bertelsmann Internet-Buchversand
BOL (Books Online) würden die Anmeldeinformationen des Benutzers
- vorausgesetzt man verfügt über ein persönliches Profil (My BOL)
- während der gesamten Aufenthaltsdauer auf der Website in die URL
kodiert. Wer eine solche Internetadresse weitergibt - um Freunden
oder Bekannten in einer Newsgroup eine Buchempfehlung zu geben -
öffnet damit jedem seinen Account.
Denn der Link verweist damit nicht nur auf ein bestimmtes Buch,
sondern meldet gleichzeitig den Besucher automatisch ohne Paßworteingabe
bei BOL an und gewährt Lese- und Schreibzugriff auf sämtliche zu
diesem Benutzer gespeicherten Daten: Name, Anschrift, bisherige
Bestellungen, eventuell Bankverbindung und persönliche Interessen.
Der weltweit führende Online-Buchladen Amazon kauft Alexia, den
Betreiber eines Dienstes, der Internet-Surfern zu besuchten WWW-Seiten
verwandte Online-Angebote empfielt und über ein Plug-In in der Standard-Einstellung
des Browsers detaillierte Rückschlüsse über Navigationsverhalten
des Benutzers ermöglicht.
Informationen also, die für einen Online-Händler hochinteressant
sind, zumal Amazon es nicht grundsätzlich ausschließt, künftig Benutzerdaten
zu verkaufen .
Im Mai 1999 fliegt ein amerikanischer Unternehmer auf, der im
Internet mit 900.000 Kreditkartennummern anderer Personen fast 46
Mio US $ ausgegeben hat .
Nach Angaben der Federal Trade Commission (FTC) fragen 89% der
kommerziellen Websites für Kinder in den USA persönliche Daten ab,
jedoch nur 1% holen erst die Einwilligung der Eltern ein .
Während Verbraucher und Datenschützer der ganzen Welt noch über
die Gefahren der versteckten Seriennummer des Pentium dritter Generation
diskutieren, wird nur aus Zufall bekannt, dass der Software-Gigant
Microsoft schon länger bei der Online-Registrierung seiner Kunden
weltweit eindeutige Identifikationsnummern generiert und diese systematisch
in einer Datenbank sammelt.
Die Deutsche Post AG warb in ihrer Kundenzeitschrift "Postplus"
mit einer unternehmensinternen Gebäudedatei, in der die Postzusteller
etwa 16 Mio. Gebäude mit laufend aktualisierten Angaben wie Ein-
oder Zweifamilienhaus, Alt- oder Neubau, mit oder ohne Garten, Garage
etc. geocodieren.
Nach dem Bericht des Bundesbeauftragten für Datenschutz ist jedoch
jeder Deutsche über 18 Jahre ohnehin mindestens 52mal in Unternehmensdatenbanken
gespeichert.
Anfang November 1999 erkennt Richard M. Smith, Chef der Firma Phar
Lap und der "Investigator" des elektronischen Fingerabdruckes der
Microsoft-Office-Dateien mit Hilfe eines Packet-Sniffers, dass jedes
Mal bei der Benutzung der RealJukebox-Software an der Hersteller
RealNetworks eine Meldung gesendet wird. Diese Mitteilungen enthalten
auch einen Globally Unique Identifier (GUID), durch den die übertragenen
Daten dann jeweils einem individuellen User zugeordnet werden können.
Zeitgleich ergaben Untersuchungen der Computerzeitschrift c´t,
dass gleiches auch beim Microsofts Media-Player geschieht.
Ebenfalls in November 1999 wurde bekannt, dass im Internet mehrere
100 Patientendatenblätter des Münchner Klinikums frei zugänglich
waren. Die seit März 1998 im WWW frei abrufbaren Patientendaten,
die neben vollständigen medizinischen Blutbildern auch die kompletten
Namen der Personen und deren Geburtsdatum beinhalten, seien nach
Auskunft der Institutsleitung irrtümlich ins Netz gestellt worden.
Bekannt wurde dieser Vorfall, nachdem eine Suchanfrage nach medizinischen
Fachausdrücken bei Altavista die Befundbericht des "Instituts für
Klinische Chemie und Pathobiochemie" als Treffer angab .
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