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Matthias Ehrhardt
Der
Sound ist gut, die Dateien klein, die Auswahl überwältigend.
"MP3, das komprimierte Musikformat, ist in aller Ohren.
Der Vertrieb von Musikstücken im MP3-Format über das Internet
boomt. Die Schäden sind enorm: Nach Angaben der deutschen Landesgruppe
der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI)
kosteten Raubkopien die deutsche Musikindustrie 1997 etwa 10 Millionen
Mark. 1999 wurde mit Einbußen von 40 Millionen Mark gerechnet.
Unter derartigen Urheberrechtsverletzungen leiden auch Hersteller
von Software und Filmen. So waren etwa die Kultstreifen "Star
Wars Episode I und "James Bond Die Welt ist nicht
genug bereits lange vor ihrem Europastart im Internet erhältlich.
Was Urheber und zahlreiche Juristen die Hände über dem
Kopf zusammenschlagen lässt, bringt Kids und Freaks zum Jubeln.
1. Wie soll ein Interessenausgleich
aussehen ?
2. Was sind juristischen
Voraussetzungen für einen Interessensausgleich?
Das
Urheberrecht kennt auch einige Ausnahmen, wie etwa die Vervielfältigung
zum privaten oder sonstigen eigenen Gebrauch. Allerdings ist die
Privatkopie vergütungspflichtig. Mittlerweile wird aber ein
Exklusivrecht des Rechteinhabers also ein Verbot der Vervielfältigung
zu privaten Zwecken. Teilweise wird auch gefordert, rechtliche Bestimmungen
an die technischen Gegebenheiten des Internets anzupassen. Insbesondere
sollten die Tatbestände der Verbreitung und Vervielfältigung
an die Gegebenheiten der Digitalisierung angepasst werden. So planen
WIPO und EU die Einführung von sog. "making available
rights.
Welches sind die wichtigsten juristischen Anpassungen zum
Schutz von Urheberrechten ?
3. Mit welchen technischen oder sonstigen Mitteln kann ein Interessenausgleich
erreicht werden ?
Digitale Wasserzeichen
Zu den vielversprechenden Initiativen, die auf digitalen
Wasserzeichen beruhen, gehört SDMI (Secure Digital Music Initiative).
Durch das neue System soll illegales Kopieren von Musikstücken
unmöglich gemacht werden. Bislang bietet aber kein digitales
Wasserzeichen völligen Schutz.
Können digitale Wasserzeichen einen wirksamen Schutz von urheberrechten
darstellen ?
Abmahnungen
Die IFPI sucht zusammen mit
70 Schwesterorganisationen nach Raubkopien im Internet. Allein 1999
ließen die Fahnder in Deutschland über 500 widerrechtliche
Angebote sperren und mahnten die Anbieter ab.
Sollte auf Abmahnungen gesetzt werden ?
Werbung
im Internet
Die Musiker selbst gehen oft
eigene Wege: So veröffentlichte die Düsseldorfer Punkband
"Die Toten Hosen ihre neue Single "Schön sein
für 48 Stunden zum kostenlosen Download im Internet. In den
zwei Tagen wurden über 100.000 Zugriffe und knapp 40.000 Downloads
verzeichnet. Auch der Popsänger David Bowie stellte sein neues
Album "Hours vorab aufs Netz. Erst nach zwei Wochen gab's
die neue Scheibe dann im Musikhandel.
Initiativen wie "copy kills music
Um der sogenannten "Schulhofpiraterie" ein Ende zu setzen,
hat der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft e.V. zusammen
mit Künstlern und Organisationen wie der Gesellschaft für
musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte
(GEMA) sowie dem deutschen Musikrat die Initiative "Copy kills
Music ins Leben gerufen. "Wir wollen damit unter den
meist jungen Musikräubern ein Unrechtsbewusstsein schaffen,
sagt Dr. Elfriede Oberhofer, Pressesprecherin der GEMA. "Der
Jugendliche soll wissen, dass Musik nicht vom Himmel fällt,
sondern dass hinter jedem Musiktitel ein Urheber und eine Menge
Arbeit steht, die honoriert werden muss.
Können derartige Initiativen Wirkung zeigen ?
4.Technische und juristische
Grundlagen
MP3
MP3 steht für "Motion Picture Expert Group, Audio
Level 3. Es wurde vom Erlanger Fraunhofer Institut für
integrierte Schaltungen entwickelt. Bei der Wandlung einer gewöhnlichen
digitalen Musikdatei in ein MP3-Format werden Frequenzen, die für
das menschliche Ohr kaum wahrnehmbar sind, abgeschnitten. Durch
dieses Verfahren können die Hits der Backstreet Boys, von Cher,
Michael Jackson oder Celine Dion auf drei bis vier Megabyte komprimiert
werden. Bei gewöhnlichen digitalen Musikformaten nehmen die
Songs gut und gerne das Zehnfache an Platz in Anspruch. Wenn die
Übertragung im Internet flott läuft, sind die MP3-Titel
in ein paar Minuten aus den USA geholt. Durch einfache Eingabe des
Begriffs "MP3 in gewöhnliche Suchmaschinen wie Altavista
oder Yahoo gelangt man zu zahlreichen Anbietern teils illegal,
teils legal verbreiteter MP3-Dateien. Nach Abmahnungen durch
die Musikindustrie löschten in den vergangenen Monaten viele
Betreiber, vor allem in den USA, MP3-files von ihren www-Angeboten.
Aus dem Internet sind die begehrten Songs dadurch aber längst
nicht verbannt. In einschlägigen Linklisten findet der Nutzer
jetzt Verweise auf FTP-Server mit den gesuchten Musikstücken.
Nach Eingabe eines Kenn- oder Passwortes oft sinnigerweise
"MP3 wird der Zugriff ermöglicht. Der Weg
zum illegalen Musikgenuss steht damit offen. Für die Musikindustrie
kommt es noch schlimmer. Das Internet ist international, wer in
den USA nichts findet, weicht per Mausklick nach Russland oder Südamerika
aus, um sich dort mit Musik einzudecken. Einmal aus dem Internet
geladene MP3-Stücke werden hierzulande häufig auf CD-ROMs
gebrannt und zum Teil im großen Stil weiterverkauft. Nützlich
für Vielhörer: Auf eine gewöhnliche CD-ROM - ein
Rohling kostet knapp drei Mark - kann man problemlos 100 Stunden
im MP3-Format abspeichern. Verdient wird schwarz vor allem mit dem
Brennen und Weiterverkauf von CDs. Bei Herunterladen von illegalen
MP3- Anbietern zahlt der Interessent zwar nicht, ist aber oft verpflichtet,
selbst ein paar Musikstücke auf die Datenbank des Anbieters
"hochzuladen, wodurch dessen Angebot ständig wächst.
Weltweit wird der Verlust durch illegal hergestellte CDs 1998
auf rund fünf Milliarden Mark geschätzt. Die Umsätze
der Musikindustrie in Deutschland gingen 1998 erstmals seit 15 fetten
Jahren um 1,5 Prozent zurück.
Digitale Wasserzeichen
Mit digitalen Wasserzeichen soll die Urheberschaft bei Vervielfältigungsstücken
gewiesen werden. Dabei werden am Bild- oder Tonmaterial minimale
Änderungen, die für das menschliche Auge und Ohr nicht
wahrnehmbar sind, vorgenommen. Hierdurch können Zusatzinformationen
über den Urheber, den Inhaber der Nutzungsrechte oder den Zeitpunkt
der Schaffung des Werkes eingearbeitet werden. Mittlerweile gibt
es knapp ein Dutzend handelsübliche Software-Produkte zum copyright-Schutz.
Bei der Arbeit am eigenen PC prägt ein Zusatzprogramm die gewünschten
Informationen in das Bild. Sobald Dritte das Dokument öffnen,
erscheint auf Ihrem Bildschirm ein Hinweis auf den urheberrechtlichen
Schutz und die Adresse, wo Lizenzen erworben werden könnten,
vorausgesetzt, der Nutzer hat die gleiche Software installiert.
Bislang bietet aber kein Verfahren zur Einbringung solcher digitaler
Wasserzeichen völligen Schutz. Durch sogenannte "Attacken
können die Wasserzeichen zerstört oder sogar durch eigene
ersetzt werden. Fabien Peticolas, Forscher an der Universität
Cambridge, arbeitet seit Jahren an Standards und Qualitätsanforderungen
für digitale Wasserzeichen. Bislang knackt der junge Wissenschaftler
noch alle Wasserzeichen, die von kommerziellen Produkten erstellt
wurden. Unbestritten wurden die Sicherungsmechanismen in den letzten
Jahren aber ständig verbessert.
Urheberrechtliche Grundlagen
Grundsätzlich schützt das Urheberrecht alle menschlichen
Schöpfungen, die eine gewisse Gestaltungshöhe aufweisen.
Im urheberrechtlichen Sinn ist dann von "Werken die Rede.
Nur der Urheber (oder der Inhaber von Nutzungsrechten) darf das
Werk vervielfältigen oder verbreiten.
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