News zur Informationsethik im Netz
28.11.2006
Auf der Vollversammlung des Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" am 24.11.2006 in Hamburg wurde Prof. Kuhlen als dessen Sprecher wiedergewählt.
20.08.2004
Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft vom 5. Juli 2004
Bislang wurden die Interessen von Bildung und Wissenschaft bei der Neuformulierung des Urheberrechts in Deutschland entsprechend der Vorgaben der EU-Richtlinien unzureichend berücksichtigt. Das sollte sich nun mit der Götitnger Erklärung ändern. Wissenschaftsverbände, Fachgesellschaften und einzelne PErsonen haben sich jetzt organisiert, um koordiniert und effizient auf die Gesetzgebung einzuwirken - vor allem im Umfeld des noch immer umstrittenen § 52a (Schranke für die Nutzung urheberrechtsgeschützten Materials für Ausbildung und Wissenschaft).
Die Website des Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" findet sich unter:
http://www.urheberrechtsbuendnis.de/index.html
Aus dem Text der Erklärung:
"...Bei der Umsetzung der Richtlinie 2001/29/EG in das Urheberrecht hat der Gesetzgeber bisher vornehmlich die Belange der Rechteverwerter zur kommerziellen Nutzung der digitalen Medien und der Netze als zusätzliche Vertriebswege berücksichtigt. Im Vordergrund standen vor allem die Vermeidung von Risiken für die private Rechteverwertung und nicht die Nutzung der mit den neuen technischen Medien verbundenen Chancen für die Allgemeinheit. Dies gilt insbesondere für den Bereich von Bildung und Wissenschaft. Die Informationsgesellschaft bietet hier neue Potenziale der Wissensvermittlung und der Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Nutzung dieser neuen Möglichkeiten ist im globalen Kontext ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, setzen uns dafür ein, dass diese Potenziale der digitalen Medien und Kommunikationssysteme für die Allgemeinheit und hier insbesondere für die Wissenschaft offen nutzbar bleiben und nicht vorrangig zur privatwirtschaftlichen Vermarktung von Information restriktiv reguliert werden:
In einer digitalisierten und vernetzten Informationsgesellschaft muss der Zugang zur weltweiten Information für jedermann zu jeder Zeit von jedem Ort für Zwecke der Bildung und Wissenschaft sichergestellt werden! ..."
07.07.2004
Gründung eines Vereins zur Förderung von Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs
Am 5. Juli 2004 wurde in Hannover der "Gemeinnützige Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs" (SuMa-eV) gegründet. Die primäre Zielsetzung besteht darin, den freien Wissenszugang sichern zu helfen. Um dies zu erreichen will der Verein u.a. den "Aufbau einer dezentralen und kooperativen Suchmaschinen-Struktur in Deutschland" fördern.
SuMa-eV: http://suma-ev.de/
20.06.2004
L. Lessig Interview: Warum rebellieren wir nicht gegen das Copyright?
Das derzeit gültige Copyright treibt schon seltsame Blüten: Während man seit Jahrhunderten beliebig und frei aus Texten zitieren darf, macht man sich heute sofort strafbar, wenn man auch nur eine Sekunde Filmmaterial ohne Erlaubnis des Urhebers benutzt. Eltern müssen Angst haben, dass ihre Kinder ein Micky-Maus-Bild auf ihre Homepage packen - auch das verstößt gegen geltendes Recht. Einer der vehementesten Kritiker an dieser Rechtssituation ist Lawrence Lessig, Professor für Jura an der Stanford Universität und Vorstandsmitglied der Free Software Foundation. Golem.de sprach mit ihm am Rande der Konferenz Wizards of OS 3 über seinen Kampf gegen das Copyright und sein neues Buch Free Culture.
golem.de : http://www.golem.de/0406/31857.html
18.06.2004
Bundestag erwägt Förderung freier Suchmaschinen
Der "Unterausschuss Neue Medien" beschäftigte sich am 17.06.04 in einem Gespräch zum Thema "Suchmaschinen/Vielfaltssicherung" mit Monopolisierungstendenzen im Suchmaschinenmarkt sowie der Qualitätssicherungs- und Zensurproblematik bei Internetsuchmaschinen. Angesichts der gegenwärtig sichtbaren Problemfelder steht eine aktive Förderung freier Suchmaschinen im Zentrum der Diskussion.
Heise News: Bundestag sorgt sich um Vielfalt im Suchmaschinenmarkt http://www.heise.de/newsticker/meldung/48398
11.06.2004
RECHTE SPAMFLUT - Huckepack auf dem Sober-Wurm
Die Flut rechter Spam-Mails, die seit Donnerstag früh die E-Mail-Postfächer verstopft, wurde offenbar mit Hilfe des Sober-Wurms vorbereitet. Infizierte Rechner werden zu "Postverteilern". Die Suche nach dem Urheber von Spam und Virus hat begonnen. Eins ist klar: Er oder sie sitzen in Deutschland. Mehr von Frank Patalong auf Spiegel-Onlinehttp://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,303634,00.html
08.06.2004
Deutscher KaZaA-Nutzer muss 8000 Euro zahlen
Die Hatz ist eröffnet. Im Rahmen der Ermittlungsverfahren gegen P2P-Nutzer in Deutschland gab es erste Hausdurchsuchungen, und in Cottbus fiel ein erstes Urteil. Offenbar sind an den Ermittlungen auch private Fahnder der Musikindustrie beteiligt. Spiegel-Online berichtet unterhttp://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,303298,00.html
27.05.2004
Bildung für nachhaltige Entwicklung
In Berlin hat sich auf Initiative der DeutschenUNESCO-Kommission ein Deutsches Nationalkomitee für die von denVereinten Nationen ausgerufene Dekade "Bildung für nachhaltigeEntwicklung" (2005 bis 2014) konstituiert. Zum Vorsitzenden desNationalkomitees wurde der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Gerhardde Haan berufen. In der verlinkten pdf-Version der Pressemitteilungfinden Sie Näheres zu Aufgaben des Komitees, zum Hintergrund seiner Gründung und eine Listeder Mitglieder.
13.05.2004
Die Heinrich-Böll-Stiftung beim Weltgipfel zur Informationsgesellschaft
Olga Drossou, Referentin für Neue Medien bei der Heinrich Böll Stiftung, hat einen ausführlichen Bericht über die erste Phase des WSIS vorgelegt. Besonders eingegangen wird darin auf den Beitrag der internationalen Zivilgesellschaft, der deutschen NGO-Koordination und die Rolle der Heinrich Böll Stiftung. Hier der Bericht in [ deutsch ] oder [ englisch ]
11.05.2004
Im Fokus der Veranstaltung standen Fragen zur Regulierung von Suchmaschinen. Insbesondere wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Ergebnisse von Suchmaschinen regulatorisch zu steuern, mit dem Ziel insbesondere jugendgefährdende oder illegale Inhalte aus den Ergebnissen herauszufiltern oder auszublenden. Fraglich bleibt, wo die Grenze zwischen Zensur und "ethischer Publizistik" gezogen werden kann.
heise.de hat hierzu einen Artikel mit dem Titel "Suchmaschinen in Deutschland bald nicht mehr jugendfrei?" veröffentlicht.
14.04.2004
CRIS (Communication Rights in the Information Society)
hat jetzt die Charter "Our vision of the 'Information Society" fertig gestellt.
"Our vision of the 'Information Society' is grounded in the Right to Communicate, as a means to enhance human rights and to strengthen the social, economic and cultural lives of people and communities. Crucial to this is that civil society organisations come together to help build an information society based on principles of transparency, diversity, participation and social and economic justice, and inspired by equitable gender, cultural and regional perspectives...."
Wer das unterstützen will - NETHICS tut das - kann die Charter unterzeichnen:
http://www.crisinfo.org/content/view/full/74
14.04.2004
IFLA-Publikation zu Knowledge Management (und Ethical Implications) jetzt erschienen
H.-C. Hobohm (ed.) Knowledge Management. Libraries and Librarians Taking Up the Challenge. IFLA Publications 108. K.G. Saur: München 2004
Part I Political and Ethical Implications enthält Beiträge von:
- R. Kuhlen: Change of Paradigm in Knowledge Management ... 21-38
- R. Wagner-Döbler: Tacit Knowledge, Knowledge Management, Library Science 39-46
- R. Capurro: Sceptical Knowledge Management 47-57
- V. Schreibmann: Knowledge Organization for the Betterment of Humankind 59-79
Part 2 geht über Issues and Instruments, Part 3 enthält Case Studies
08.04.2004
Optionen und Obligationen nationaler und globaler Informationspolitik nach und vor dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS)
Rainer Kuhlen analysiert die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen des WSIS gegenüber der anfänglich dominierenden technischen Sicht. Er stellt die Bedeutung des Multi-Stakeholder-Ansatzes, vor allem die Beteiligung der zivilgesellschaftlichen Gruppierungen, für die Entwicklung eines deliberativen Politikverständnisses heraus und fasst die Ergebnisse und offenen Konfliktpunkte von WSIS I zusammen. Der Artikel wird erscheinen in der Zeitschrift "Information. Wissenschaft und Praxis". [ zum Artikel ]
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