Folgen der Telemediatisierung
Zu den Konzepten Telemediatik und Telemediatisierung
Telemediatik ist das Ergebnis eines technischen und methodischen Konvergenzeffektes, durch den Telekommunikation, Informatik und Multi-/Hypermedia im Zusammengang und in Wechselwirkung gesehen werden.
Telemediatisierung ist ein globales Ereignis. Die seit Mitte der 90er Jahre vor allem durch die WTO forcierte Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte hat einerseits die Ökonomisierung der Bereiche Information und Medien und andererseits eine starke Konzentration der Informations- und Medienmärkte mit dem Bemühen um fortgeschrittene Konvergenz von Radio/Fernsehen und Internet bewirkt. Inwieweit in dieser Situation sich lokale und regionale Selbständigkeiten erhalten können, z.B. über die weitere Förderung und Verbreitung traditioneller Medien, die wie Rundfunk und auch die gedruckte Presse lokal aktueller sein können und wenig investitionsintensiv sind, muss sich zeigen.
Telemediatisierung hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche, nachdem zu Beginn der Internetentwicklung die Nutzerschicht und die Anwendungen überwiegend aus dem akademischen und ICT-Entwicklungsbereich kamen und ab Mitte der 90er Jahre der kommerzielle Bereich der Informationswirtschaft die Führerschaft bei der Nutzung und den Anwendungen (z.B. die Mehrheit der Domän-Namen mit dem .com-Suffix) übernommen hatte. Spätestens seit Ende der 90er Jahre (genauer Anfang 1999) kann man von Online-Publikumsmärkten sprechen. Das Internet, zusammen mit den sich ebenfalls rasch ausweitenden Multimedia-Produkten und -Märkten, ist endgültig zu einem Massenmedium geworden. Nach wie vor gilt diese Aussage aber nur für die entwickelten, also für die z.B. in den OECD-Statistiken geführten Länder.
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2. Informationsethischer Kontext
Telemediatisierung wird zum informationsethischen Thema vor allem unter dem Gesichtspunkt des digital divide (s. dort) und des Internet governance.
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3. Kernfragen
Telemediatisíerung wird heute vor allem unter dem Thema des Internet Governance diskutiert - wer also die Zuständigkeit für die Regulierung des Internet haben soll, sowohl in technischer Hinsicht (wie bislang durch ICANN) als auch in inhaltlicher Sicht (über Themen wie Spam, Sicherheit, Urhebrrecht/Copyright, Geschäftsmodelle des E-Commerce etc.). Soll das eine ICANN-ähnliche Institution sein, wo die Experten das Sagen haben (das favorisiert die Informationswirtschaft und die meisten Länder des Westens/Nordens), oder sollte das eher eine internationale Organisation, wie die ITU, sein (was von vielen Ländern des Südens favorisiert wird).
Vgl. Rainer Kuhlen: Optionen und Obligationen nationaler und globaler Informationspolitik nach und vor dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) - In: Information. Wissenschaft und Praxis 4/2004
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5. Spezifische Quellen
Vgl. Rainer Kuhlen: Informationsethik - Umgang mit Wissen und Information in elektronischen Räumen. Reihe UTB. Universitätsverlag Konstanz (UVK): Konstanz 2004, Kap. Telemediatisierung und digital divides [ seitenanfang ]
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